Fünf Stationen aus ICOS-D erhalten Zertifikat - europaweit bereits über 100 ICOS Label vergeben

Nach dem Durchlaufen eines strengen Qualitätssicherungsprozesses haben 13 neue Messstationen in ganz Europa den Status einer zertifizierten ICOS-Station erhalten. Die mit dem Label versehenen Stationen repräsentieren alle drei ICOS-Domänen (Ozeane, Atmosphäre, terrestrische Ökosysteme) und liegen in Gebieten der Tschechischen Republik, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Schweden.

 

(© GEOMAR)

(© Arne Körtzinger)

Insgesamt sind nun 104 der 149 ICOS-Stationen für Treibhausgasmessungen standardisiert. Die Zertifizierung ist eine der entscheidenden Maßnahmen, mit der ICOS die Qualität der Messdaten auf höchstem Niveau für ihre Verwendbarkeit in der Klimaforschung sicherstellt. Um das Label einer standardisierten Treibhausgasmessstation zu erhalten, müssen alle ICOS-Stationen ein anspruchsvolles Standardisierungs- und Qualitätskontrollprogramm bestehen. Darüber hinaus werden die Daten dieser Stationen permanent überwacht, um die bestmögliche Qualität dauerhaft zu gewährleisten.

ICOS-D in allen drei Domänen vertreten

Unter den neu zertifizierten Stationen befinden sich insgesamt fünf Beobachtungsplattformen aus dem deutschen ICOS-Netzwerk:

  • Class 1 Ocean Station Atlantic Sail (DE-SOOP Atlantic Sail) – GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel; Station PIs: Tobias Steinhoff, Arne Körtzinger
  • Class 2 Atmosphere Station Schauinsland (SSL) – Umweltbundesamt (UBA); Station PI: Frank Meinhardt
  • Associated Ecosystem Station Hartheim (DE-Har) – Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Station PI: Andreas Christen
  • Associated Ecosystem Station Mooseurach (DE-Msr) – Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT); Station PI: Matthias Drösler
  • Associated Ecosystem Station Wüstebach (DE-RuW) – Forschungszentrum Jülich (FZJ); Station PI: Marius Schmidt 

Mit dem Erhalt des Labels für die Station Schauinsland sind nun alle Standorte in der Atmosphären-Domäne in Deutschland vollständig zertifiziert. Diese umfassen hohe Türme im Binnenland sowie Berg- und Küstenstationen.

Im Bereich der Ozeanbeobachtungen wurde die Schiffslinie Atlantic Sail mit dem Class-1 Label ausgezeichnet. Seit 2006 betreibt das GEOMAR auf verschiedenen Containerschiffen der Reederei Atlantic Container Lines (ACL) Messgeräte für verschiedene biogeochemische Parameter im Oberflächenozean. Seit 2017 sind die Geräte auf der MS Atlantic Sail installiert, die im Liniendienst zwischen Nordamerika und Europa verkehrt. Gemessen werden neben der Wassertemperatur und dem Salzgehalt auch der Gehalt an gelöstem Sauerstoff sowie der Partialdruck des CO2. Dies erlaubt Rückschlüsse auf die Aufnahme von CO2 durch den Ozean. Durch die kontinuierlichen Messungen können wichtige Erkenntnisse über die klimarelevante Rolle des Nordatlantiks gewonnen werden, der als einer der größten Senken für anthropogenes CO2 gilt. Durch die langfristig angelegten Beobachtungen von Schiffslinien können sowohl saisonale als auch zwischenjährliche Schwankungen ermittelt werden, die dadurch zu einem besseren Verständnis der verschiedenen Prozesse beitragen.

Drei Waldstandorte aus dem Bereich der terrestrischen Ökosysteme runden den Zertifizierungsprozess, der zweimal jährlich im Rahmen der ICOS General Assembly durch Ländervertreter bewilligt wird, ab. Die Standorte, an denen Eddy-Kovarianz-Messungen von CO2 und Wasserdampfflüssen durchgeführt werden, zeichnen sich durch die jeweils vorherrschenden Standortbedingungen im Nationalpark Eifel (Wüstebach), im Oberrheingraben bei Freiburg (Hartheim) sowie in einem Moorgebiet südwestlich des Starnberger Sees (Mooseurach) aus.

Allen Teams und Stationsverantwortlichen Gratulation zur Erlangung des ICOS-Labels!