Polarstern

Das Polarforschungsschiff "Polarstern" in der Antarktis. (© Alfred-Wegener-Institut (AWI))

Das Polarforschungsschiff "Polarstern" vom Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung ist ein Eisbrecher, der sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis eingesetzt wird. Der Einsatzplan des Schiffes während eines Jahres besteht im Allgemeinen aus jeweils einer in mehrere Fahrtabschnitte unterteilten Expedition in die Arktis und in die Antarktis. Dies bedeutet, dass das Schiff regelmäßig im Atlantischen Ozean (Nord, tropisch, Süd) verkehrt, einmal von Bremerhaven zur Antarktis und wieder zurück. Ebenso verkehrt es zweimal im nördlichen Nordatlantik (einschließlich der Nordsee) auf dem Weg ins arktische Einsatzgebiet und zurück zu seinem Heimathafen Bremerhaven. Die Polarstern ist seit 2007 mit einer Anlage auf dem neuesten Stand der Technik ausgestattet, die Messungen des Partialdrucks des CO2 (pCO2) vom fahrenden Schiff aus durchführt. Sie wird sozusagen als mobile Plattform für CO2-Messungen in der ozeanischen Oberflächenschicht im Sinne eines "Voluntary Observing Ship" (VOS) benutzt. Weil es, anders als auf einem regulären VOS, zusätzlich Unterstützung der Besatzung gibt, ist die Qualität der Messungen hoch und der Ausfall des Systems relativ niedrig. Das Schiff ist mehr als 300 Tage im Jahr auf hoher See und die so gesammelten Daten werden als Teil einer weltweiten, langjährigen Messkampagne dazu beitragen, die Erkenntnisse über die Rolle der Ozeane im Kohlenstoffkreislauf zu vertiefen. Durch die beschränkte Zugänglichkeit der polaren Gebiete ist generell die Datenlage relativ schlecht; somit werden die mit der "Polarstern" gesammelten Daten einen sehr wichtigen und signifikanten Beitrag leisten. Da es langjährige Projekte am Alfred-Wegener-Institut gibt, die wiederholt in denselben Regionen oder entlang derselben Fahrtrouten ihre Arbeiten ausführen, können auch immer wieder pCO2-Daten im selben Ozeangebiet gemessen werden. Dies gilt u.a. für Regionen bei der Neumayer III-Station und der Carlini-Station mit dem Dallmann-Labor auf der Inselgruppe King-George Island in der Antarktis, sowie der Tiefsee-Langzeitstation HAUSGARTEN in der Fram-Straße zwischen Grönland und Spitzbergen. Zur Ergänzung und Interpretation der CO2-Messungen werden relevante zusätzliche Parameter gemessen, wie Salzgehalt, Oberflächentemperatur und gelöster Sauerstoff.