HAUSGARTEN

Stationen des Hausgarten in der Fram Straße, der Stern markiert die Position der profilierenden ICOS Verankerung. WSC-Westspitzbergen Strom, EGC Ostgrönland Strom, RAC-Rezirkulierender Atlantik Strom
Stationen des Hausgarten in der Fram Straße, der Stern markiert die Position der profilierenden ICOS Verankerung. WSC-Westspitzbergen Strom, EGC Ostgrönland Strom, RAC-Rezirkulierender Atlantik Strom (© Alfred-Wegener-Institut (AWI))

Das arktische marine Langzeitobservatorium HAUSGARTEN des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung (AWI) ist ein interdisziplinäres Erdbeobachtungssystem und wird seit 1999 von der Tiefseeforschungsgruppe des AWI betrieben. Es befindet sich westlich von Spitzbergen in der Framstraße zwischen 78°30‘N und 80°00‘N, und 5°W und 11°E. Das Observatorium besteht aus mittlerweile 21 Stationen entlang eines Ost-West-Transekts (Wassertiefen von 250 – 5500 m) und einem Nord-Süd-Transekt von Stationen in 2500 m Wassertiefe, von der sommerlich eisbedeckten bis in die ganzjährig eisfreie Zone. Der HAUSGARTEN wird im Osten von warmem und salzreichem Atlantikwasser beeinflusst, das mit dem West-Spitzbergen Strom (WSC) nach Norden transportiert wird; im Westen dominieren kalte und salzarme arktische Wassermassen, die mit dem Ostgrönlandstrom (EGC) aus der Arktis nach Süden transportiert werden.

Das Observatorium befindet sich in einem sensiblen Gebiet des Weltozeans, das sehr empfindlich auf den prognostizierten Klimawandel reagieren wird. Es sind Änderungen des Gasaustausches zwischen dem Ozean und der Atmosphäre und Verschiebungen im Karbonatsystem des Meerwassers zu erwarten, die sich auf die Zusammensetzung der planktischen Lebensgemeinschaften und damit auf das gesamte marine Nahrungsnetz auswirken. Die Stationen des HAUSGARTEN werden seit Beginn der Datenerhebungen mindestens einmal jährlich beprobt. An drei Positionen entlang der 2500 m Tiefenlinie in der westlichen und östlichen Framstraße werden alljährlich Verankerungen ausgebracht, in denen in unterschiedlichen Wassertiefen Messinstrumente, autonome Wasserprobennehmer und Sinkstofffallen (mit denen abgestorbene und zum Meeresboden herabsinkende Algenzellen und Tiere gesammelt werden) integriert sind, die über das Jahr physiko-chemische Daten und biologisches Probenmaterial sammeln, und so Informationen über Prozesse in der Wassersäule über einen ganzen Jahreszyklus liefern. In einer weiteren Verankerung im zentralen Bereich des HAUSGARTEN sollen mit einem profilierenden Windensystem System CO2, O2 und weitere biologische Parameter ganzjährig von ~200 m Tiefe bis zur Wasseroberfläche gemessen werden.

Der Forschungseisbrecher Polarstern im HAUSGARTEN - Gebiet und Prototyp des profilierenden Windensystemes.
Der Forschungseisbrecher Polarstern im HAUSGARTEN - Gebiet und Prototyp des profilierenden Windensystemes. (© Alfred-Wegener-Institut (AWI))